Mit einem leisen „Wusch“ nähert sich das Raumschiff der mitten im Pazifik gelegenen Insel. Es schwebt über übertrieben blauen Wellen, passiert übertrieben grüne Wälder und stört ein paar übertrieben tätowierte Insulaner bei der Morgengymnastik ehe es in einer übertrieben kitschigen Bucht zum halten kommt. Ein weiteres „Wusch“ ist zu vernehmen, irisierende Lichtreflexe tanzen über die Küste und im seichten Uferwasser materialisiert sich ein Wesen, wenn auch nicht unbedingt von der dritten – dann doch aber absolut der ganz speziellen Art. Ist es ein Alien vom Planeten Sex? Ist es eine Meerjungfrau auf Accid? Nein, es ist Nicki Minaj die sich mit giftgrüner Perücke und knallpinkem Bikini, einer braungebrannten Pamela-Anderson-from-Outaspace gleich am Strand räkelt und zum Beat ihres Smashhits „Starships“ die exorbitanten Hüften kreisen lässt.
So und nicht anders beginnt Nicki Minaj’s neues Musikvideo. Der lasziven Ankunftsszene folgt eine nicht minder laszive Inselerkundungsszene: Einer Göttin gleich, wird die trinidadische Sängerin von vier muskelbepackten Insulanern via Sänfte zu einer mitten im Dschungel stattfindenden Modenschau befördert. Man sieht Nicki abwechselnd sich auf der Trage räkelnd und an der Küste auf ein paar Felsen tanzend. Dabei erinnert sie dank neuem Outfit und zwar immer noch grüner aber mittlerweile etwas kürzerer Perücke, wie eine Pornoversion der bezaubernden Jeannie.
Es folgt ein Locationwechsel: Nicki – immer noch grünhaarig aber nun in einen geschlitzten Bodysuit gehüllt – tanzt in den Bergen hinter einer kubischen Glasbox. Einheimische tummeln sich um sie und wirken dabei wie Hyänen die sich auf ein potentielles Mittagsessen stürzen wollen. Zwischen den einzelnen Szenen erscheinen Kaleidoskopbilder mit Nickis Gesicht als mehrfaches, neonfarbiges Konterfei und wirklich tolle Luftaufnahmen der Inselflora.
Schließlich kommt es zur Finalen Sequenz: Eine wilde nächtliche Party auf dem Vulkan, inklusive samoanischer Feuertänzer und einem sich gegenseitigen Abschüttens mit Neonfarben. Nicki Minaj hat Grün und Body gegen Blond und Bikini getauscht und tut das, was sie eigentlich schon in den vorangegangenen Abschnitten getan hat – ihr überdimensionales Gesäß schütteln als gäbe es kein Morgen.
„Jump in my Hoopty-Hoopty-Hoop“ Dieser von Nicki zu Beginn der zweiten Strophe geflötete Satz scheint exemplarisches Sinnbild für das Video zu „Starships“ zu sein.
Denn, ebenso wie Nickis Rap lässt uns auch der Clip mit der Frage zurück: Was soll uns das nun sagen? Dabei ist es ganz einfach: Wie in so vielen R&B – und Hip-Hop-Musikvideos ist die Story nebensächlich wenn nicht sogar absolut unerheblich. Denn sowohl die tollen Landschaftsaufnahmen als auch die zusammengeschusterte Storyline können und wollen vor allem nicht verbergen um was sich dieses Video wirklich dreht – nämlich um Nicki’s bombastisches Hinterteil – Gerüchten zufolge ließ Nicki’s Entdecker und Mentor Lil Wayne das gute Stück zu Beginn ihrer Kariere ordentlich pimpen.
Regisseur Anthony Mandlers, der das Spektakel auf Oahu, Hawaii inszenierte, scheint von den Verantwortlichen von YoungMoneyRecords vor allem folgenden Auftrag erhalten zu haben: Hintern ordentlich in Szene setzen! Und zumindest das ist ihm gelungen.
Alles in Allem reicht es aber nicht zu mehr als zu einem etwas lahmen Abklatsch des „Survivor“-Videos von Destiny’s Child aus dem Jahre 2000 – nur eben mit mehr Arsch im Hösschen.

wirklich sehr anschaulich und unterhaltsam geschrieben. Daumen hoch!
AntwortenLöschen